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Abnehmender Mond


Ich sehe dich an, mein lieber, lieber Mond, vor dem ich schon so tausende Male gestanden habe und dessen Klang, der jene Essenz, dasjenige, was du immer für mich warst, ich zugelassen und aus tiefster Sehnsucht begehrt habe, auf dass deine Kraft diejenigen Saiten in mir zum Schwingen bringen möge, mich sanft durchströmt. Dich nun schaue ich an und weiß, dass du es mitnehmen kannst und wirst, dasjenige, was mich quält , mich bedrückt, mein Sein beschwert, so dass ich mich nicht in der Lage sähe, wenn du nicht wärest, mich jemals wieder zu den Sphären des Glückes, der Zufriedenheit und des leichten Seins emporschwingen zu können. Dasjenige, mein lieber, lieber Mond soll dein sein, sollst du für mich mitnehmen auf deinem Weg ins Nichts, auf dass jenes Schreckliche, jenes Erbarmungslose, jener Eifer, der mit Eifer sucht, was Leiden schafft, jenen Dämon, der mich zurücktreibt in die Ebene, die nicht mehr sein soll, jener Schreckliche mich aber mit der Gewalt desjenigen zurückzwingen möchte, welcher weiß, dass unter dem, was ich zwanghaft hätte tun wollen, ich am Ende so selbstzerstörend würde darunter gelitten haben und der sich dann aus der Wiederwärtigkeit desjenigen, der eine gute Ernte eingefahren hat, mit Genugtuung die Hände gerieben hätte, weil das, was er Böses gesät hat, aufgegangen wäre. Deswegen nimm es mit, Gefährte der Nacht, insbesondere, wenn du spät aufstehst, scheint die Stunde günstig zu sein, denn dein Antlitz gleicht einer Aufforderung, dies zu tun, weil du helfen möchtest, weil du zu mir sprichst und sagst: „siehe, hier bin ich! Lade das, was dich beschwert, auch und gerade jenes Gift, was mit Eifer sucht, was Leiden schafft auf mich. Ich nehme es mit mir und es soll vergehen, so wie ich vergehen werde, bis am Morgen des Neumondes meine so zarte Sichel erscheinen wird, die rein und frei sein wird von der Beschwernis, die dann gewesen sein wird!“ Und so stehe ich, fühle die Wurzeln, die aus meinen Füßen wachsen in meine geliebte Mutter Erde hinein, schließe die Augen und verbinde mich mit jener ruhigen Gleichmäßigkeit der kosmischen Bewegung, die in ihrer derartigen machterfüllte Größe und ihrer unabänderlichen Konsequentheit mich meine Seele öffnen und mich staunen lassen. So übersende ich dir, mein lieber, lieber Mond, jenes Schreckliche, was mein Dasein und das derjenigen Geliebten, die so sehr in den Tiefen meines Herzens wohnen, hätte in Gefahr bringen können und zu vernichten in der Lage gewesen wäre.



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